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Deutsch-Amerikanische
Freundschaft
Am 30.03.2006 war Marie Parsons in der Klasse 11-12
eingeladen. Die ehemalige Journalistin wurde zu ihrem Engagement für die
deutsche Gemeinde befragt. Klasse 11-12 (Kl 11-12):
Guten Tag Mrs. Parsons, wir freuen uns sehr, dass Sie heute zu uns kommen
konnten. Nach all Ihrem Engagement für die deutsche Gemeinde in tuscaloosa
wird es Zeit, dass die Wäscheleine Sie einmal interviewt und vorstellt. Marie Parsons (MP): Ja, ich komme gerne her. Ich freue mich auf das
Gespräch. Kl 11-12: Zunächst möchten wir einige Fragen zu Ihrer Person
stellen. MP: Ja gerne! Kl 11-12: Woher stammen Sie ursprünglich? MP: Ich wurde in Minnesota geboren. Genau gesagt in
Minneapolis. Ich bin also ein Stadtkind. Kl 11-12: Haben Sie auch Beziehungen zu Deutschland? MP: Ja, meine Urgroßeltern kamen etwa 1850 aus Deutschland
nach Amerika. Väterlicherseits ist mein Familienname Volkert. Die Volkerts
kamen aus Nürnberg. Mütterlicherseits hießen die Vorfahren Meier und kamen
aus der Lüneburger Heide. Ich selber habe aber daheim nicht mehr deutsch
gelernt. Ich wurde kurz vor dem Krieg geboren. Das war leider keine gute Zeit,
Deutsch zu lernen und zu sprechen. Meine Großeltern und Eltern allerdings
konnten es noch und haben es zum Beispiel in der Kirche auch praktiziert. Mein
Vater hatte einen zweisprachigen Katechismus. Kl 11-12: Also können Sie gar kein Deutsch mehr? MP: Na ja, ganz so ist es nicht. Ich hatte später auch
Deutsch im Studium. Daher kann ich schon noch ein wenig. Hauptsächlich kann
ich es noch lesen. Kl 11-12: Haben Sie Familie? MP: Ja, ich bin seit 42 Jahren verheiratet und habe vier Töchter.
Die älteste ist Journalistin bei der Chica-go Tribune, einer großen und
renommierten Tageszeitung. Die andere ist Professorin in South Carolina und
die dritte ist Psychologin in Nashville und promoviert gerade. Eine Tochter
lebt seit einiger Zeit in China. Ich werde sie nächste Woche besuchen und
habe schon ein bisschen Reisefieber. Kl 11-12: Wie kamen Sie denn nach Tuscaloosa? MP: Ich kam 1964 mit meinem Mann nach Tuscaloosa. Er stammt
ursprünglich von hier und nahm hier eine Stelle in der Reintegration von
Unfallopfern an. Seine Familie war unter den ersten Siedlern, die
um 1820 hier am River siedelten. Die Familie hatte damals ein Landstück,
das heute vom Lake Tuscaloosa bedeckt wird. Der See ist ja ein Stausee und
noch nicht so alt. Früher waren dort, wo man heute Boot fahren kann überall
Ländereien. Kl 11-12: Was haben Sie studiert? MP: Ich habe Journalismus studiert. Im Nebenfach übrigens
das Fach Deutsch. Kl 11-12: Haben Sie dann auch als Journalistin gearbeitet? MP: Ja, direkt nach dem Studium habe ich etwa 5 Jahre bei
zwei verschiedenen Zeitungen in Minnesota und Ohio geschrieben. Das war eine
tolle Zeit. Ich war selbstständig, hatte mein eigenes Geld und konnte mei-nem
Traumberuf nachgehen. Als ich dann geheiratet habe und die Kinder bekam, habe
ich aufgehört zu arbei-ten und eine Pause eingelegt. Später habe ich 18
Jahre Journalismus an der Universität von Alabama gelehrt. Kl 11-12: Wie kam denn Ihr erster Kontakt mit der deutschen
Gemeinschaft hier zustande? MP: Na ja, nachdem ich an der Universität aufgehört hatte
und die Kinder aus dem Haus waren, da wollte ich so manches aufarbeiten, was
über Jahre nicht bearbeitet werden konnte, auch meine Deutschkenntnisse. Und
so ging ich zum ELI und fragte dort nach jemandem, der deutsch war und mit mir
vielleicht Deutsch lernen würde. Ich meinerseits würde dann mit ihm oder ihr
Englisch lernen. Die Kollegen vom ELI haben mir dann Frau Pirk empfohlen und
so hatte ich den ersten Kontakt zu den Deutschen. Wir haben dann gemeinsam gelernt. Später habe ich noch
weitere deutsche Frauen unterrichtet und so erfuhr ich eine Menge über die
deutschen Familien. Eine andere Frau, die am Anfang dieser
deutsch-amerikanischen Aktivitäten stand, war Blaire Plott von
Tuscaloosa County Industrial Development Authority.
Sie arbeitete damals für Mercedes und organisierte die Look-and-See-Trips.
Sie hatte gerade die Lady-Lunch-Group ins Leben gerufen, als ihr Vertrag
auslief. Da fragte sie mich, ob ich das nicht mit ihr weiterführen wolle. Ja
und so kam ich in Kontakt mit den vielen netten Deutschen hier in Tuscaloosa.
Kl 11-12: Was haben Sie seit dem schon alles organisiert und
angeboten? MP: Der Schwerpunkt liegt immer auf dem
deutsch-amerikanischen Austausch. Alle Aktivitäten sind so angelegt, dass
Deutsche und Amerikaner/innen gemeinsam teilnehmen, sich austauschen und
kennen ler-nen. Im Einzelnen haben wir Gartentouren gemacht, haben das
Arboritum besichtigt, haben Gastredner eingeladen, die Westerwelt Warner
Ausstellung besucht, sind zum Lake Lurleen gefahren und haben den Tuscaloosa
Rundweg durch Downtown gemeinsam erlaufen. Außerdem wurden eine Bridgerunde gegründet und mehrere
Scrapbooktreffen organisiert. Kl 11-12: Sie standen doch auch hinter den deutschen Gottesdiensten
in der Lutherischen Kirche? MP: Ja, ich habe eine sehr lange Verbindung zur Lutherischen
Kirche. Drei meiner vier Urgroßväter waren Pastoren und wir waren sehr
eingebunden in die Kirche. Das ist mir bis heute erhalten geblieben. Passt ja
auch in den Bible Belt des Südostens. Und da haben wir uns gedacht, dass es
doch schön wäre, wenn wir mal einen deutschen Gottesdienst anbieten könnten.
So haben wir gesucht und einen deutschsprechenden Pastor in Florida gefunden.
Das war wirklich eine schöne Sache und die Kirche war voll. Kl 11-12: Neulich kam ja auch mal eine Rundmail, in der Sie Musiker
für einen deutsch-amerikanischen Musikabend gesucht haben. Ist solch ein
gemeinsames Musizieren tatsächlich geplant? MP: Ja! Der Abend hat allerdings schon vor einigen Tagen bei
uns im heimischen Keller stattgefunden. Wir hatten Gitarren- und
Mundharmonikaspieler und einige Sänger da. Es war wirklich ein sehr
unterhaltsamer und netter Abend. Kl 11-12: Wurde Deutsch oder Englisch gesungen? MP: Die Amerikaner haben englisch gesungen, die Deutschen
haben Lieder aus beiden Sprachen beigetragen. Das war interessant und hat
allen viel Spaß gemacht. Kl 11-12: Was ist in Zukunft noch geplant? Marie Parsons
hat James Spann eingeladen MP: Nächste Woche wird James Spann beim Lady-Lunch sein und
über Tornados berichten. Das scheint mir wichtig, da die meisten deutschen
Familien erzählen, dass sie sehr gerne in Tuscaloosa leben. Nur die Tornados
und die Schlangen seinen für die meisten erschreckend und eine Art
Wermutstropfen. James wird uns über Tornados und die Gefahren von Stürmen
aufklären. Vielleicht gelingt es mir später ja auch noch, einen
Schlangenexperten zu gewinnen. Außerdem werden wir auch in Zukunft wieder viele Tipps
und Informationen an die Deutschen, die auf meinem E-Mail-Verteiler stehen,
weiter leiten. Kl 11-12: Dürfen wir Ihre E-Mail-Adresse in den Artikel setzen? MP: Ja, sicher! Bisher haben wir etwa 60 Personen auf der
E-Mail-Liste. Das können gerne noch viel mehr werden. Auf diesem Weg gehen
Infos und Veranstaltungsvorschläge an die deutschen Familien raus. Es lohnt
sich sicher. Eine kurze E-Mail mit der Bitte, auf den Verteiler gesetzt zu
werden, genügt. E-Mail: mvparsons@bellsouth.net Kl 11-12: Also, wir können nur noch einmal betonen, dass wir Ihr
ehren-amtliches Engagement für die deutschen Familien wirklich beeindruckend
finden! Wir hoffen, dass Sie noch viele interessante Ideen und
Aktivitäten in die Gemeinschaft einbringen können und selber dabei weiterhin
so viel Spaß haben, wie bisher. Schönen
Dank dafür und herzlichen Dank für Ihr Kommen heute! MP: Es war mir eine Freude, schönen Dank und alles Gute
weiterhin. |
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| Adresse: German Supplementary School, 6 Riverside Circle, Tuscaloosa, Al 35401, Tel.: (205) 348 0497 e-mail: gss.tuscaloosa@web.de |